Die FW 190 aus dem Flugwerk
Die Flug Werk FW 190, das Hauptthema der vergangenen Jahre, bleibt auch weiterhin präsent, obwohl sich das Programm nun langsam dem Ende zuneigt. Es sind insgesamt 20 Bausätze gefertigt worden, von denen sich 16 in Händen der Kunden befinden. Zwei Kits verbleiben bei Flug Werk, zwei weitere sind teils nicht zusammengenietet und dienen zur Absicherung der Ersatzteilversorgung. Die Eigentümer der „Kits“ sind damit beschäftigt, diese mit teils unterschiedlichem finanziellen Einsatz, persönlichen Elan und Aufwand zusammensetzen. Darunter sind drei Bausätze, die als statische Fw 190 – mit vielen Originalteilen ergänzt – in Museen ausgestellt werden ( oder noch ausgestellt werden sollen ).

Parallel zu den Bemühungen der Kunden, aus den Baukästen lufttüchtige „Flugzeuge“ zusammenzusetzen, hat das Flug Werk Team in der jüngeren Vergangenheit einige Systeme überarbeitet, getestet und daraus alltagstaugliche und sichere Komponenten gemacht. Diese Systemkomponenten werden seit Beginn des letzten Jahres ausgeliefert, vornehmlich an die Kunden, deren Maschinen im fortgeschrittenen Bauzustand sind. Insgesamt sind etwa fünf FW 190 in verschiedenen Ländern kurz vor den ersten Motorläufen, bzw. es ist mit weiteren FW 190 Erstflügen zu rechnen.

Neuer Ölkühler für FW 190 A8/N

In den vergangenen 24 Monaten hat die Flug Werk Crew eine weitere FW 190 A8/N ( D-FWJS ) , unter der Einbeziehung aller Korrekturen und kleiner Nachbesserungen an verschiedenen Systemen, komplett für einen deutschen Kunden zusammengebaut. Im Besonderen hat die Ölkühlanlage einen zusätzlichen „Ringölkühler“ erhalten, der mit einer anderen Luftführung, als wie sie beim originalen Vorbild verwendet wurde, ausgestattet ist. Im Gegensatz zum BMW 801 Triebwerk, welches in der „richtigen“ Fw 190 verbaut wurde, ist der Luftbedarf für die
Verbrennungsluft des Ash 82 nicht der Motorkühlluftmenge vor den Zylindern zu entnehmen, da sie an anderer Stelle – vertikal, hinter dem Motor - angesaugt wird. Ebenso ist kein Kühlluftverlust, bedingt durch das Absaugen der Ölkühlerluft durch den festen Ringspalt des originalen Ringölkühlersystems am Nasenring der Fw 190, auszugleichen. Dadurch ist es ausreichend, ein nicht per Getriebe übersetztes, Lüfterrad zu verwenden. Darüberhinaus galt es ja, der nachgebauten FW 190, ein möglichst authentisches Aussehen zu geben. Da sich die CFD Strömungs-Simulationen, die im Auftrag von Flug Werk vor einigen Jahren durch ein von der US-Luftfahrtindustrie betriebenes Rechenzentrum in Seattle/USA durchgeführt wurden, in der Realität nicht umsetzen ließen, war die Effektivität des bisher eingebauten Ölkühlers bei hohen Außentemperaturen nicht gewährleistet. Daher wurde eine deutliche Nachbesserung, mit Hilfe des zusätzlichen Ölkühlers notwendig. Dieser sollte neben seiner technischen Aufgabe, das Öl zusätzlich zu kühlen, auch die höchstmögliche Wahrung des Aussehens erfüllen. Die durchschnittliche Abnahme der Öltemperatur beträgt nun bis zu 30°C, damit auf jeden Fall ausreichend für alle Klimazonen. An diese Stelle darf auch die Tatsache nochmals erwähnt werden, dass ein größeres Ölvolumen nicht die Öltemperatur senkt, sondern lediglich die Zeitspanne, bis zur vollständigen Erwärmung verlängert. Eine größere Ölmenge ist in ihrer Funktion mehr als Pufferspeicher zu verstehen.

Weitere wesentliche Änderungen betrafen die Bremsbeläge sowie eine grundsätzlich andere Ausführung der Bremspumpen, welche an den Pedalen montiert sind. Das Bremssystem erfüllt jetzt alle erwünschten Erwartungen. Die Auslieferung der endgültigen Bremssysteme an die Kunden hat ebenfalls begonnen.

Weitere Verbesserungen und Erprobungen

Derzeit steht die eigene Flug Werk FW 190 wieder in der Halle in Gammelsdorf und wird allen oben beschriebenen Nachbesserungen unterzogen. Die Maschine ( D-FWWC ) wird dann ab Ende April wieder nach Manching geschafft, um dort die weitere Flugerprobung wieder aufzunehmen. Es wird in der wetterbedingt besseren Jahreshälfte also allerlei „Kolben-Flugbetrieb“ in ETSI stattfinden. Die FlugWerker träumen schon von einer FW 190 Rotte am Himmel über Manching….

Der Erstflug der D-FWJS wurde durch den, bei Flug Werk angestellten, Testpiloten Klaus Plasa durchgeführt. Klaus ist, neben allen anderen hocherfahrenen deutschen Warbirdpiloten, eine echte Kapazität und hat die Ausbildung an der NTPS ( National Test Pilot School ) in Mojave/Californien USA, im Auftrag von Flug Werk mit Auszeichnung bestanden. Man wollte ihn gleich als Lehrer verpflichten und dort behalten… Gott sei Dank, dass es Ihn wieder in das „Land des Schweinsbratens“ zurückgetrieben hat.

Weiterhin hat sich in unserer Firma auch intern einiges getan. Flug Werk hat personell stark an Qualität gewonnen. Vier Ingenieure verstärken das Team und haben es so ermöglicht, dass unser Unternehmen die Zulassung als Luftfahrt-Entwicklungsbetrieb, mit der Fertigstellung der ersten neuen Bü 131 B, bekommt. Weiterhin läuft der Zulassungsprozess, ebenfalls die LBA-Anerkennung als Luftfahrt-Herstellerbetrieb zu erlangen.

FlugWerk ist Zulieferbetrieb für EADS

Darüberhinaus ist Flug Werk seit zwei Jahren als Zulieferbetrieb für die EADS anerkannt worden und hat verschiedene Komponenten für den Me 262 Nachbau der Messerschmittstiftung gefertigt. Darunter ist auch ein neues, im RLM-Jargon genanntes, „Flossenverstellgerät“ ( = Höhenflossentrimmung ). Es ist ein recht komplexes Bauteil, an dem die Betriebssicherheit des gesamten Luftfahrzeuges hängt. Eine gleichartige Nachrüstung der anderen „Schwalben“ des amerikanischen 262-Herstellers, ist ebenfalls anstellig.

Mehr Gewicht hat auch die Fertigung der neuen Strukturbausätze der AP-51 Palomino bekommen. Wir haben bewusst diesen Namen gewählt, um die neuen Motorträger, Rümpfe, Leitwerke und Tragflächen von dem historischen Vorbild der NAA P-51 Mustang zu unterscheiden. Mehr zu diesen Baugruppen finden Sie unter dem AP-51 Button.

Die Flugerprobung der D-FWJS und D-FWWC finden nach strengen Maßgaben statt. Die Forderung nach einer Begrenzung möglicher Risiken beim Flugversuch bedingt, dass nur nach und nach alle Systeme des Luftfahrzeuges erprobt werden. Sichtbares Zeichen ist dafür zum Bespiel, dass der Erstflug ( wie auch schon die ersten Flüge der D-FWWC ) mit ausgefahrenem Fahrwerk stattfand. Ebenso wurden Start und Landung ohne die Nutzung des Klappensystems durchgeführt. Jedoch wurden die Klappen bereits im Fluge, unter Einhaltung einer ausreichenden Sicherheitshöhe einer ersten Bewertung unterzogen. Dabei zeigten sich keine erkennbaren Probleme. Jedoch ist eine Lastigkeitsänderung um die Querachse deutlich spürbar, die aber gut ausgetrimmt werden konnte. An dieser Stelle sei bemerkt, dass ein von Prof. Kurt Tank selbstverfasster Fw 190 Testflugbericht, angeblich beim Fahren von Klappen und Fahrwerk keine Lastigkeitsänderungen erzeugt würden. Diese und ähnliche Feststellungen sind, sicherlich durch die verworrenen Wege der Überlieferung, mit dem nötigen Respekt und Abstand zu bewerten.

Auch in der FW 190 verwendet Flug Werk eigene, im Hause entwickelte, Flossenverstellgeräte, ähnlich denen für die Verwendung in der Me 262 entwickelten Trimmantriebe. Wir haben eine ausreichende Zahl originaler Geräte vorrätig, aber die Verwendung solcher Systeme, wie z.B. auch originaler Fahrwerkseinzugsmotoren und Cyclo-Getriebe verbietet sich aus leicht nachvollziehbaren Sicherheitsgründen. Aus Gründen, der durch Rohstoffmangel geprägten Produktion der 40-er Jahre, hatte eine große Zahl dieser elektrischen Trimmmotoren keine Kugellager, sondern an deren Stelle findet man nur noch Stahlbuchsen, als „Not-Ersatzlösung“. Auch die originalen Antriebe für die Landeklappen haben solche Mängel, die für einen sicheren Flugbetrieb zur heutigen Zeit einfach nicht akzeptabel sind.

Flug Werk plant zukünftig, für den Betrieb in Deutschland, eine FW 190 D9/N herzustellen, damit auch die Fans der 190-Langnase zufrieden gestellt werden können.

Eine einzelne FW190 A8/N ist noch verfügbar und kann, incl. aller jüngsten Änderungen, noch erworben werden. Interessierte können sich per E-Mail direkt an meine Person wenden.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Claus Colling
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Impressionen der FW 190